Wohlstandscafe vom 9.9.2026

Wohlstandscafé – Folge vom 9.9.2026

Teilnehmer: Bernd Nielsen (Moderator) und Nathalie Stürchler (Mentaltrainerin aus der Schweiz, kommt aus dem Leistungssport)

Einleitung

Bernd Nielsen startet mit dieser Folge eine neue Reihe namens „Wohlstandscafé“, ein Sprachrohr des Wohlstandsstudios. Zu Gast ist Nathalie Stürchler, die aus dem Leistungssport kommt und heute als Mentaltrainerin arbeitet – mit besonderem Fokus auf Körperbewusstsein.

Was bedeutet Wohlstand?

Bernd erklärt, dass er Wohlstand lange Zeit rein finanziell verstanden hat, inzwischen aber fünf Bereiche identifiziert hat, die für ihn zusammengehören:

  1. Sinn – warum arbeite, lebe und strebe ich nach etwas?
  2. Mentale Einstellung – Fokus, keine hinderlichen Glaubenssätze
  3. Gesundheit und Fitness
  4. Finanzieller Wohlstand – geordnete Einnahmen, Ausgaben und Ziele
  5. Soziales Umfeld – Familie, Freundschaften, Partnerschaft

Nathalie stimmt zu: Der finanzielle Aspekt zeige Wohlstand nur nach außen. Aus dem Sport wisse sie, dass innere Unausgeglichenheit (z. B. nach einem Streit) direkt die Leistung mindert. Alle Lebensbereiche seien miteinander verzahnt – ein Ziel in einem Bereich lässt sich nur erreichen, wenn andere Bereiche mittragen.

Rückblick: Früher vs. heute

Beide erinnern sich an eine gesündere Kindheit „automatisch“, ohne bewusstes Nachdenken:

  • Regelmäßige, gemeinsame Mahlzeiten, kaum verarbeitete Lebensmittel, keine Süßgetränke
  • Viel Bewegung im Alltag, Mitgliedschaft in Sportvereinen
  • Kaum Übergewicht in der Nachbarschaft
  • Wenig Ablenkung (kein Fernsehen rund um die Uhr, keine elektronischen Geräte)

Heute dagegen: großes Angebot an Fertigprodukten und Süßigkeiten, viele Möglichkeiten zur Bewegungsvermeidung (E-Bike, E-Scooter, Streaming), hoher Leistungsdruck im Beruf und wenig Zeit – wodurch Gesundheit oft hintenangestellt wird.

Bernd ergänzt, dass in seiner Schulzeit individuelle Talente und Interessen kaum gefördert wurden – Lernen wurde selten als etwas Freudvolles vermittelt.

Kleine Schritte statt großer Sprünge

Ein zentrales Thema: Veränderung gelingt eher über kleine, machbare Schritte als über radikale Umstellungen.

  • Bernd verweist auf James Clears Buch „Die 1 %-Methode“ (Atomic Habits): Tägliche kleine Verbesserungen summieren sich über ein Jahr enorm.
  • Als Beispiel dient der britische Radsportverband, der ab 2003 mit der „Marginal Gains“-Strategie (u. a. besseres Händewaschen, optimierte Sättel) innerhalb weniger Jahre zur Weltspitze aufstieg.
  • Auch im Alltag reichen oft zwei einfache Übungen oder kleine Routinen, um erste Erfolgserlebnisse zu schaffen, statt jemanden mit „fünfmal pro Woche ins Fitnessstudio“ zu überfordern.

Nathalie betont zusätzlich die mentale Komponente: Mut und Entschlossenheit seien nötig, um sich größere Ziele zu setzen und alte, schädliche Gewohnheiten zu verlassen. Erst ein bewusst gefasster Entschluss verleihe die Durchhaltekraft, ihn auch umzusetzen.

Die Rolle der Gruppe

Beide sind sich einig: Bewegung und Veränderung gelingen oft leichter in Gemeinschaft – ob beim gemeinsamen Walken, im Verein oder durch gegenseitige Unterstützung.

Kommunikation als Erfolgsfaktor

Ein weiterer Teilnehmer (Michael) ergänzt: Geduld und eine positive Sprache seien entscheidend. Statt Verbote auszusprechen („Du darfst kein Fleisch essen“), sollte man Möglichkeiten aufzeigen („Möchtest du weniger Fleisch oder mehr Gemüse essen?“). So entsteht das Gefühl von Wahlfreiheit, auch wenn das Ergebnis ähnlich ausfällt – Verbote lösen dagegen eher Widerstand aus.

Fazit

Das Wohlstandsstudio möchte künftig durch Anregungen, Workshops, Webinare und Einzelmentoring dabei helfen, die fünf Wohlstandsbereiche miteinander zu verbinden und Menschen Schritt für Schritt zu einem gesünderen, erfüllteren Leben zu begleiten.

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