Was wir von Spitzensportlern lernen können
Wohlstandscafé, Folge 3 vom 23. September 2026 · Bernd Nielsen im Gespräch mit Nathalie Störchler
Worum es geht
Bernd Nielsen und Nathalie Störchler – 25 bis 30 Jahre Berufsreiterin und bis heute projektweise im Motorsport aktiv – übertragen Erfahrungen aus dem Spitzensport auf Unternehmer und Führungskräfte. Die Kernbotschaft: Dauerhafte Leistung entsteht nicht durch reines Fachkönnen, sondern durch einen ganzheitlichen Blick auf Körper, Kopf und Umfeld.
Die wichtigsten Erkenntnisse
- Ganzheitlichkeit statt Spezialistentum. Früher trainierten Sportler nur ihre Disziplin; heute gehören Ausdauer, Athletik und mentale Stärke selbstverständlich dazu (Beispiele: Steffi Graf, Michael Schumacher). Auch im Beruf reicht Fachkompetenz allein nicht.
- Den eigenen Rhythmus kennen. Ernährung, Trinken und Biorhythmus beeinflussen die Leistung. Nicht jeder ist ein „früher Vogel“ – wer seinen Rhythmus kennt, kann seine Leistung besser halten.
- Regelmäßige Bewegung. Es braucht keinen Leistungssport, aber Bewegung im Alltag – nicht nur sonntags. Gerade bei Kopfarbeit hilft sie, Überforderung abzubauen und den Körper wieder zu spüren.
- Gleichmäßigkeit statt Dauervollgas. Wer ständig auf Höchstleistung fährt, brennt aus. Feste Feierabendzeiten, ausreichend Schlaf und gesunde Ernährung sind wichtiger als Nachtschichten, mit denen man sich brüstet.
- Ein stärkendes Umfeld. Erfolgreiche Sportler haben Menschen um sich, die sie motivieren und ihnen zuhören. Ein Umfeld, das zu ungesundem Verhalten verleitet oder neue Vorhaben aus Angst schlechtredet, bremst – gerade Gründer.
- Hilfe holen – rechtzeitig. Spitzensportler nutzen Ernährungsberater, Psychologen und sogar Schlafcoaches. Unternehmer sollten ebenfalls Experten einbinden und nicht glauben, überall selbst der Beste sein zu müssen (Beispiel: Jürgen Klopp). Viele warten zu lange und landen im Burnout.
- Nicht allein bleiben. Mit Verantwortung wächst das Gefühl, allein dazustehen. Ein Gesprächspartner auf Augenhöhe – Partner, Freund oder Coach – hilft, Dinge loszuwerden und blinde Flecken zu erkennen. Oft genügt schon Zuhören.
- Fokus auf die eigentlichen Aufgaben. Unternehmer verlieren sich gern im operativen Geschäft. Jemand, der sie daran erinnert (etwa eine Assistenz mit Rückgrat), hält sie auf Kurs.
- Effizienz und Erholung. Zwölf-Stunden-Tage sind auf Dauer unnötig; bessere Struktur schafft dasselbe in weniger Zeit. Wer krank ins Büro geht, leistet wenig und verlängert die Krankheit.
Beispiele aus dem Gespräch
- Der Boxenstopp im Motorsport: Jeder Handgriff der Crew muss sitzen – Teamarbeit wird trainiert.
- Ein Chefarzt, der abends seiner Frau vom Tag erzählt: Er wird Belastung los, und sie kann mitreden.
- Ein Mandant, der die Nachfolgeplanung mit Verweis auf das „operative Geschäft“ immer wieder aufschob.
Ausblick
Die Reihe wird fortgesetzt. Geplante Themen: professionelle Unterstützung, Ziele und Sinnfragen, das Ende der aktiven Laufbahn und die finanzielle Neuaufstellung danach sowie der Einfluss des Umfelds auf die Finanzen.
Schlusswort
Sei dir immer bewusst, dass du ein ganzheitlicher Mensch bist, und achte auf alle Bereiche – auch auf deinen Körper. Es lohnt sich. – Nathalie Störchler